2025: Dr. Joana Marie Witt
Ulrich-Hadding-Forschungspreis 2025 vergeben an: Frau Dr. Joana Marie Witt aus der Experimentellen Ophthalmologie am 14. November 2025
Curriculum Vitae
- Geb. 1990 in Wuppertal
- Ab 2009 Biologiestudium (B.Sc./M.Sc) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
- Anschließend Promotion zum Dr. rer. nat. im Forschungslabor der Augenklinik der Uniklinik Düsseldorf (Thema: Dezellularisierte humane und porcine Bindehaut als Matrix für die Augenoberflächenrekonstruktion, ausgezeichnet mit dem Hermann-Wacker-Promotionspreis der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft)
- Während der Promotionszeit in die Augenheilkunde verliebt und als PostDoc geblieben
- Seit 2019 (mit Elternzeitpause von April bis Dez. 2024) Arbeitsgruppenleiterin im Labor für Experimentelle Ophthalmologie mit dem Hauptforschungsfokus auf In vitro Modelle und Tissue Engineering der Tränendrüse; Projekt gefördert durch die Else Kröner Fresenius Stiftung
Forschungsfokus
Kurzbeschreibung Forschungsfokus:
Der Arbeitsfokus von Frau Dr. Witt liegt auf der Entwicklung von In-vitro-Modellen der Augenoberfläche sowie der präklinischen Untersuchung neuartige, biomimetische und biokompatible Gewebeersatzmaterialien für die Regeneration der Augenoberfläche und der Tränendrüse.
Die AG Witt widmet sich derzeit der Entwicklung eines funktionellen In-vitro-Modells der Tränendrüse, um neuartige Therapiekonzepte zu entwickeln. Die Tränendrüse kann durch verschiedene Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom, die Graft-versus-host-Disease oder das okuläre Pemphigoid schwer geschädigt werden. Auch Strahlentherapien im Kopf-Hals-Bereich, Diabetes, Virusinfektionen oder Traumata können irreversible Funktionsverluste der Tränendrüse verursachen. Als Folge kann sich bei Patient:innen das sogenannte hypovolämische Trockene Auge ausbilden (aqueous deficient dry eye, ADDE), das durch starke Schmerzen, Sehbeeinträchtigungen und im Extremfall Erblindung gekennzeichnet ist. Bisher gibt es keine Therapie, die die Funktion einer irreversibel geschädigten Tränendrüse vollständig wiederherstellt. Hierfür entwickelt die Arbeitsgruppe derzeit ein physiologisch relevantes in vitro Modell, das als Plattform für die Untersuchung regenerativer Mechanismen und neuer Therapieoptionen dienen soll. Grundlage hierfür ist die Herstellung einer Biotinte, die die natürliche Umgebung von Tränendrüsenzellen nachbildet und deren physiologische Funktion, insbesondere die Sekretion von Tränenflüssigkeit, unterstützt. Aufbauend auf dieser Biotinte verfolgt die Gruppe die Strategie, mittels 3D-Biodruck ein vaskularisiertes, dreidimensionales Tränendrüsenmodell zu entwickeln.